30 Jahre zentrale Abwasserentsorgung in Frauenstein

Ein Rückblick von Peter Ranft



Wer kann sich noch erinnern, wie es vor 1990 in Frauenstein ausgesehen hat? Die Straßen und Gehwege waren marode, die ganze Infrastruktur der Stadt sanierungsbedürftig. Gleich nach der Wende wurden ab 1991 die Freiberger und Teplitzer Straße grundhaft ausgebaut, die Trinkwasser- und Abwasserleitungen neu verlegt. Für die Verkehrsteilnehmer waren es harte Zeiten, mit vielen Umleitungen im Ort. Doch unsere Einwohner akzeptierten diese Investitionen und waren überzeugt von der Notwendigkeit der umfassenden Baumaßnahmen. Für die Stadtverwaltung stand jedoch die Frage: wohin mit dem Abwasser? Die bestehenden Kleinkläranlagen waren dafür zu klein und entsprachen nicht dem Stand der Technik. Also musste eine Kläranlage gebaut werden, aber wohin sollte sie und wer bezahlt diesen Bau? Da kam von der Unteren Wasserbehörde und dem Staatlichen Umweltfachamt der Hinweis, dass größere Kläranlagen mit bis zu 90 Prozent der Kosten gefördert werden können. Unter diesem Aspekt wurde in kurzer Zeit der Abwasserzweckverband „Oberes Bobritzschtal“ mit den Gemeinden Hartmannsdorf, Reichenau und der Stadt Frauenstein gegründet. Der Standort für die Kläranlage konnte sehr kurzfristig mit allen beteiligten Behörden festgelegt werden. Auch der Fördermittelbescheid (80 % Förderung) wurde kurzfristig ausgestellt, so dass bereits 1992 der Bau der Anlage beginnen konnte. Parallel zum Bau der Kläranlage sind die Abwasserleitungen in Hartmannsdorf und Frauenstein/Kleinbobritzsch weitergebaut worden. Die Kläranlage In Hartmannsdorf wurde laut Bauzeitenplan fristgerecht fertiggestellt. Am 10. Juni 1994 übergab die bauausführende Firma Steinle die Kläranlage an den AZV. Nach einigen Probeläufen ging die Kläranlage im Juli 1994 offiziell in den Regelbetrieb. Angeschlossen waren zu diesem Zeitpunkt Hartmannsdorf, Kleinbobritzsch und Frauenstein. Schrittweise wurden dann in den nächsten Jahren auch die Gemeinden Reichenau, Hermsdorf, Rehefeld und Schönfeld angeschlossen. Nach 2-jähriger Bauzeit konnte die wohl größte Baumaßnahme fertiggestellt werden. Die Kläranlage kostete rund 14 Mio DM. Für weitere 16 Mio DM wurden die Verbands- und Ortssammler gebaut. Mit der Erweiterung des Verbandsgebietes bis Rehefeld entstanden nochmals hohe Investitions-kosten für Abwassersammler und Pumpstationen.

Peter Ranft


Veröffentlicht am 22.10.2024